Schriftsysteme

Unsere zwei Superfamilies Arccus und Komplex folgen über zahlreiche Schnitte und Schriftstile hinweg dem Prinzip der Dicktengleichheit. An dieser Stelle beleuchten wir die Hintergründe und Vorteile eines solchen Systems. Zwei ausgewachsene Schriftsysteme, dicktenkompatibel in nie dagewesener stilistischer Vielfalt und Konsequenz. Eine echte Weltpremiere.

Schrift-Großfamilien bzw. Schriftsippen (auch Polyschriftsysteme oder Superfamilies genannt) sind Familien mit mehreren Schriftarten, Schriftstilen und Schriftschnitten. Bei Arccus und Komplex handelt es sich um Superfamilies mit den Schriftstilen Serif, Sans Serif, Slabserif und Didone einschließlich den zugehörigen Kursiven und Fetten.

Neu ist, dass jedes System in sich konsequent dicktenkompatibel aufgebaut ist. Das heißt, der Platz den die einzelnen Figuren einnehmen ist über alle vier Schriftstile (Sans, Serif, Slab, Didone), über alle Fettenstufen und alle Kursiven hinweg absolut gleich. Bei Arccus sind das 44 Schnitte, bei der Komplex sogar 54 – Umfang und Ausbau entspricht der üblichen Finaltype-Qualität.

Alle Figuren sind innerhalb des Systems beliebig austauschbar – ohne Änderung der Koordinaten. Das Layout verschiebt sich beim Schriftartwechsel um keinen Millimeter, und das schafft unglaubliche Möglichkeiten: Kurzfristige Änderungen im Design, aufwändige Animationen bis hin zu neuartigen Hover-Effekten im Web – alles kein Problem.

Das Besondere an unseren Systemen: Die Qualität unterscheidet sich nicht von einer separat entworfenen Schriftart. Wir haben keine Verzerrungen oder ähnliche Modifikationen vorgenommen, um die Schriften in ein Raster zu pressen. Stattdessen entwickelten wir die Schriftbreiten aus den historischen Formen heraus und legten in Einklang mit unserer → Philosophie zum Buchstabenabstand ein System zu Grunde, das allen Schnitten gerecht wird.

Vorteile der Dicktenkompatibilität:

  • Bei Animationen und Hover-Effekten ist die gleichbleibende Breite Grundvoraussetzung und auch im Bereich von Variable Fonts von unschätzbarem Wert.
  • Im Entwurfsprozess können alle 54 Schnitte im Layout bei identischer Breite gesichtet und verglichen werden.
  • Bei einem fertigen Layout, zum Beispiel 500 verknüpften Buchseiten, können im Nachhinein Hervorhebungen (Kursiv, Bold, etc.) vorgenommen werden oder im Extremfall der Schriftstil für das gesamte Buch getauscht werden. Es entsteht keine Umbruchveränderung und keine Zeile verschiebt sich. Alles bleibt an Ort und Stelle.

Unsere Systeme im Vergleich

Das Komplex-System ist etwas neutraler, zurückhaltender und härter gestaltet. Man könnte die Figuren des Komplex-Systems auch als »extended« bezeichnen. Das Arccus-System hingegen wirkt mit seiner ausgeprägten humanistischen Gestaltung weicher und ist insgesamt auch etwas schmaler angelegt.

Arccus-System: 44 Schnitte, dicktenkompatibel — 4 Stile, jeweils mit echten Kursiven
Komplex-System: 54 Schnitte, dicktenkompatibel — vier Stile, jeweils mit echten Kursiven

Was bedeutet »dicktenkompatibel«?

Dicktenkompatibel bedeutet nicht monospaced. Bei einem Monospace-Font gibt es nur eine einzige Dickte. Alle Buchstaben sind gleich breit, oder genauer: Jede Figur befindet sich in einem festen Raum mit der gleichen Größe.

Bei unseren dicktenkompatiblen Schriftsystemen (»uniwidth«-System) wird jedem Buchstaben eine spezielle Dickte, ein individueller Raum zugeordnet. Dieser Raum ist dann pro Buchstabe über alle Schnitte und Schriftstile hinweg gleich.

Andere Schriftsysteme

Was unterscheidet die Finaltype-Schriftsysteme von den Systemen anderer Hersteller? Die Dicktenkompatibilität über diverse Schriftfetten findet sich – oft auch unter der Bezeichnung »uniwidth« – inzwischen bei einigen Schriften. Neu ist die Integration der verschiedenen Schriftstile (Sans, Serif, Didone und Slab) bei gleichbleibender Qualität (ohne Verzerrung). Die stilistische Vielfalt gepaart mit absoluter Tauschfähigkeit innerhalb unserer Schriftsysteme ist einzigartig.