Benedikt

Eine außergewöhnliche Renaissance–Antiqua mit einer provokativen Kursiv, generiert aus einer römischen Interpretation in Edelstahl

Entwurfsbasis

Die Entwurfsbasis für die Benediktfamilie entstammt den Versalfiguren in Edelstahlausführung für die Hans-Benedikt-Stiftung bzw. für das Hans-Benedikt-Studienzentrum in Augsburg. Die Affinität zur römischen Monumentalschrift ist diesen Majuskeln anzusehen.

Pyramide mit Versalfiguren in Edelstahlausführung
Detailsansicht Edelstahlausführung

Herausforderung war nun, Schrift-Familienmitglieder zu entwerfen. Zunächst geradestehende Kleinbuchstaben, die das Monumentale der römischen Versalfiguren beibehalten und die sich von den üblichen klassischen Antiqualösungen absetzen — folglich eine römische Anmutung aufweisen: z. B. säulenartige Schäfte, symmetrischer Aufbau und ein Versal-r auf Mittellänge.

Natürlich benötigt man auch eine Kursiv dazu. Diesbezüglich war für mich auszuschließen, dass als Basis die Kursiven des 16. Jhd. in Frage kommen, da diese stilistisch gesehen weniger mit der Wiederentdeckung der Antike zu tun haben, als mit den kalligrafischen Entwicklungen des 15. und 16. Jhd. – folglich also eine große Distanz zu den römischen Figuren aufweisen.

Römische Kursivschriften wurden u. a. in Wachstafeln eingearbeitet. Diese schmalen Figuren ohne nennenswerten Strichstärkenkontrast dienten als Inspirationsquelle für die Benedikt Kursiv, die in der Folge an heutige Rounded-Fonts erinnert. Nach unserer Finaltype-Philosophie muss der Auszeichnungscharakter einer Kursiv unbedingt gewährleistet sein! In dieser ungewöhnlichen Konstellation (Geradstehende aus der Monumentalschrift und Kursiv mit Wachstafel-Charakter) lassen sich Hervorhebungen mehr als deutlich umsetzen. Die Benedikt Kursiv stellt in Verbindung mit der Geradstehende also etwas völlig Neues dar, erfüllt die gewünschte Funktion hervorragend und ist obendrein historisch begründet.

Maßvolle Boldversionen ergänzen die Schriftfamilie. Als Finaltype-Hausschrift ist die Schrift in der Anwendung zu sehen.

Benedikt: 7 Fetten, 14 Schnitte
Ziffern für jeden Anwendungsfall – verfügbar durch entsprechende OpenType‑Features
Besonderheiten der »Benedikt« im Detail
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